Hinweise zur Schwitzwasserproblematik

Speziell in der kalten Jahreszeit kommt es oft zu Rückfragen bezüglich vermeintlicher Feuchtigkeit in unseren Produkten. Dieser Hinweis soll dazu beitragen, eine sachliche Diskussion führen zu können.

Euroquarz trocknet die Produkte auf einen Trocknungsgrad von 0,15 Gew.-%. Das bedeutet, dass sich in einer Tonne (1.000 kg) unserer Produkte in etwa 1,5 kg Wasser (Oberflächenfeuchte, anhaftend am Sandkorn) befinden. In einem 25 kg-Sack sind es rund 38 g.

Aus unserer Trockenanlage werden die getrockneten Produkte bei einer Temperatur von 50 °C in unsere Siloanlagen gefördert und anschließend ggf. abgesackt. Die im Produkt enthaltene Restwassermenge (0,15 %) ist, anhaftend am Produkt, im gesamten Sack oder dem Silo gleichmäßig verteilt.

 

Wenn - speziell in der kalten Jahreszeit - die Produkte als Sackwaren ins ungeheizte Lager oder lose in Silo-LKWs verladen und über weite Entfernungen durch extrem kalte Umgebung transportiert werden, passiert folgendes:

Durch die kalte Außentemperatur wird im Außenbereich des Sackes oder Silos der Taupunkt (siehe physikalischer Hintergrund) zuerst unterschritten, so dass hier das Wasser auskondensiert. Die relativ höheren Temperaturen in der Produktmitte führen dazu, dass dort noch immer enthaltene Feuchtigkeit verdampft und dann außen wieder kondensiert.

 

Durch diesen Vorgang verlagert sich nahezu die gesamte Restfeuchte an den Außenbereich und kondensiert dort – liegt also dort flüssig vor. Es ist in einem 25 kg Sack also eine Menge von bis zu 38 g Wasser an der Innenseite der Folie verteilt (ca. zwei Schnaps-Gläser). Daher wirkt der Sack so, als wäre das darin enthaltene Produkt nass. Über den gesamten Sack betrachtet, beträgt die Restfeuchte dennoch nur 0,15 M-%.

 

Bei einer losen Lieferung von z.B. 26 t wird der Effekt noch deutlicher: In dem Silo Lkw verteilen sich dann fast 40 Liter  (= 40 kg) Wasser im Außenbereich der Produkte, obwohl die Restfeuchte -betrachtet auf die gesamte Ladung- nur maximal 0,15 Gew.-% beträgt. Wenn die Probenahme nicht repräsentativ erfolgt (vergl. Hinweise zur Probenahme), kann die Eingangskontrolle Feuchtigkeits-Messwerte ergeben, die zu Rückfragen führen. .

 

Wenn eine Probe aus der Mitte des Lieferkörpers entnommen wird, ist dort oft keine oder nur geringe Restfeuchte zu messen. Durch Mischen oder Einblasen in Standsilos werden die Produkte wieder vereinheitlicht.

 

Ob das im Außenbereich befindliche Wasser in der Produktion unserer Kunden zu Problemen führen kann, hängt vom Einzelfall ab. Ist ein Produktions-Risiko gegeben, so ist es dennoch oft nicht möglich, dem Kunden eine Ersatzlieferung ohne solche Kondensations-Erscheinungen zur Verfügung zu stellen, solange sich die Temperatur-Bedingungen nicht geändert haben, weil der physikalische Zusammenhang – auch für eine neue Lieferung - nicht umgangen werden kann.

 

 

Physikalischer Hintergrund

Wasser kann in den 3 verschiedenen Aggregatzuständen fest, flüssig und gasförmig auftreten. Unter 0 °C ist Wasser in der Regel fest und über 100 °C ist Wasser in der Regel gasförmig.

Aber auch bei Temperarturen zwischen 0 und 100 °C befindet sich gasförmiges Wasser in der Luft. Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasser kann sie aufnehmen.

 

Temperatur    

Max. Menge

Wasser

0    °C4g/m³
20   °C15g/m³
40   °C49g/m³
60   °C152g/m³
80   °C546g/m³

 

Wie aus der Tabelle ersichtlich, kann Luft bei einer Temperatur von 60 °C maximal 152 g Wasserdampf in einem m³ aufnehmen. Wenn in dieser Luft aber z.B. nur 100 g Wasserdampf (absolute Menge in g) vorhanden ist, sind das nur 70 % des max. Aufnahmevermögens – die relative Luftfeuchtigkeit beträgt 70 %.

 

 

Abbildung 1: Aufnahmefähigkeit bei 60 °C

 

Die maximal mögliche Menge an Wasserdampf in der Luft nimmt immer mehr ab, je kälter es wird. Die absolute Menge an Wasserdampf bleibt gleich, so kommt es dazu, dass bei einer bestimmten Temperatur die relative Luftfeuchtigkeit genau 100 % beträgt.

Abbildung 2: Taupunkt

 

Wenn die Temperatur noch weiter sinkt, kann die Luft weniger Wasser aufnehmen als Wasserdampf bereits vorhanden ist – das Wasser kondensiert. Diesen Punkt nennt man den Taupunkt. Wenn die Temperatur immer weiter absinkt, kondensiert immer mehr Wasser aus.

 

 

Abbildung 3: Auskondensieren nach Überschreitung des Taupunktes

Stand: Februar 2011

 

 

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