Quarz

Kristallines Siliziumdioxid in der Form als Quarz ist ein natürliches gesteinsbildendes Mineral, das häufig in unserer natürlichen Umwelt vorkommt und in vielen verschiedenen Gesteinen anzutreffen ist – beispielsweise in Sandstein aber auch in Sand, Ackerboden usw.  Kristallines SiO2 macht annähernd 12 % der Erdrinde aus.

Quarzfeinstaub

Quarzfeinstaub entsteht durch Verwitterung und durch Abrieb während der Be- und Verarbeitung von quarzhaltigen Materialien.

 

Bei Arbeiten mit einer Exposition gegenüber mineralischem Staub sind die grundsätzlichen Anforderungen zum Arbeitsschutz in der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) im dritten und vierten Abschnitt sowie im Anhang I Nr. 2 geregelt. Vom Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) wurde wegen der weitreichenden Anwendungen mineralischer Stäube eine „Technische Regel Gefahrstoffe – TRGS“ – zu dieser Thematik erarbeitet, die TRGS 559 „Mineralischer Staub“.

 

Mit Einführung der DIN EN 481 „Arbeitsplatzatmosphäre - Festlegung der Teilchen-größenverteilung zur Messung luftgetragener Partikel“ mit Ergänzungen auch als ISO 7708 erfolgte eine Neudefinition der alveolengängigen und der einatembaren Staubfraktionen. Mit der Neudefinition der Staubfraktionen wurde der Feinstaub in die alveolengängige Fraktion, kurz: A-Staub, und der Gesamtstaub in die einatembare Fraktion, kurz: E-Staub, umbenannt.

Alveolengängiger Staub „A-Staub“

Massenanteil der eingeatmeten Partikel, der bis in die nicht cilierten Luftwege vordringt (definierte mathematische Abscheidefunktion nach DIN EN 481). Zum Beispiel besteht gemäß der Konvention zu alveolengängigen Partikeln eine Möglichkeit von 50% (oder eine Wahrscheinlichkeit von 0,5), dass ein Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser von 4μm in den Alveolenbereich der Lungen eindringt. Analog dazu besteht eine Möglichkeit von 30% (also eine Wahrscheinlichkeit von 0,3), dass ein Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser von 5μm bis in diesen Bereich der Lunge vordringt. Bei einem Partikel mit dem aerodynamischen Durchmesser von 16μm besteht eine Möglichkeit von 0%.

Einatembarer Staub „E-Staub“

Massenanteil aller Schwebestoffe, der durch Mund und Nase eingeatmet wird (definierte mathematische Abscheidefunktion nach DIN EN 481) definiert bis 100 µm aerodynamischer Durchmesser

Kennzeichnungspflicht - Gefahrstoffe

Die CLP-Verordnung 1272/2008/EG ist die europäische Umsetzung des auf UN-Ebene erarbeiteten weltweit harmonisierten Einstufungs- und Kennzeichnungssystem (GHS).

 

 

Inhaltlich wird geregelt, welche Stoffe und Gemische (Zubereitung) der allgemeinen Einstufungs- und Kennzeichnungspflicht unterliegen, wer als Inverkehrbringer diese Pflichten zu erfüllen hat und wie bei der Einstufung und Kennzeichnung vorzugehen ist. Ziel ist, die Gefahren für die menschliche Gesundheit und für die Umwelt bei Herstellung, Verwendung und Transport von Stoffen und Gemischen zu reduzieren. Dazu dienen Gefahrenpiktogramme (rot umrandete Rauten mit schwarzen Symbolen auf weißem Grund). GHS sieht zudem sogenannte Gefahrenklassen vor, die die Art der Gefahr beschreiben. Durch GHS werden Gefahrenklassen geschaffen, und zwar 16 für physikalische Eigenschaften (etwa explosiv oder auf Metalle korrosiv wirkend), 10 für die menschliche Gesundheit (etwa akut toxisch oder krazinogen) und 1 für die Umwelt (gewässergefährdend). Die Gefahrenklassen werden in Abhängigkeit vom Gefährdungspotenzial eines Stoffes in Gefahrenkategorien unterteilt.

 

Weiterhin muss das Kennzeichnungsetikett entsprechend der Einstufung des gefähr-lichen Stoffes oder Gemisches die Signalwörter „Gefahr“ bei schwerwiegenden oder „Achtung“ bei weniger schwerwiegenden Gefahrenkategorien enthalten. Auf dem Kennzeichnungsetikett und dem Sicherheitsdatenblatt sind Gefahrenhinweise anzugeben. Auf dem Kennzeichnungsetikett und Sicherheitsdatenblatt sind ebenfalls Sicherheitshinweise anzugeben.

 

Das Prinzip der eigenverantwortlichen Einstufung (Selbsteinstufung) der Hersteller von Stoffen und Gemischen besteht darin, die gefahrenrelevanten Informationen für den Stoff oder das Gemisch zu ermitteln und zu entscheiden, ob die in der CLP-Verordnung vorgegebenen Einstufungskriterien zutreffen. Unter Federführung von IMA Europe wurden die bestehenden Informationen über die gesundheitlichen Gefährdungen durch lungengängigen Quarz zusammengefasst, einer Bewertung unterzogen und daraus Einstufungs- und Kennzeichnungspflichten gemäß der CLP-Verordnung abgeleitet. Diese Bewertung hat dazu geführt, den lungengängigen Quarz (RCS-Respirable Crystalline Silica) wie folgt einzustufen:

 

Gefahrenklasse: STOT RE (spezifische Zielorgantoxität – wiederholte Exposition – aufgrund der Silikosegefahren).

 

Daraus folgt, dass Stoffe und Gemische, die RCS entweder als Verunreinigung, als Zuschlagstoff oder als individuellen Bestandteil enthalten, nach den Vorschriften der CLP-Verordnung wie folgt eingestuft werden sollen:

 

STOT RE1:  falls RCS-Konzentration ≥ 10 %

STOT RE2:  falls RCS-Konzentration ≥ 1 % und < 10 %

keine Einstufung:  falls RCS-Konzentration < 1 %

 

Die von IMA vorgeschlagene Einstufung gilt nur für die lungengängige Form des Quarzes (Fraktion ≤ 10 µm), da wissenschaftlich untermauert wurde, dass nur diese Fraktion gesundheitliche Gefahren beinhaltet. Zudem sieht die CLP-Verordnung ausdrücklich vor, dass gemäß Artikel 5.1, 6.1 und 8.6 Prüfungen an dem Stoff oder dem Gemisch in der Form bzw. den Formen oder dem Aggregatzustand bzw. den Aggregatzuständen durchzuführen sind bzw. dieses in Verkehr gebracht und aller Voraussicht nach verwendet wird.

 

Eine Pauschalaussage, ob und welche Produkte der Gesteinsindustrie einer Einstufungs- und Kennzeichnungspflicht unterliegen, kann nicht getroffen werden. Maßgeblich ist der Gehalt an Quarz in der alveolengängigen Fraktion (Fraktion ≤ 10 µm = RCS). Bei feinen Gesteinskörnungen mit hohem Feinanteil sowie bei Gesteinsmehlen und Füllern ist eine Betroffenheit und damit eine Einstufungs- und Kennzeichnungspflicht gegeben.

 

Je höher der Quarzanteil im Gestein und je feiner die Kornfraktion des Produktes, desto eher ist eine Kennzeichnung zu vermuten.

(Aktualisiert Februar 2016)

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