Mineralischer Rohstoff Quarz

Quarz-Lagerstätte unseres Lieferwerkes Laußnitz (früher Ottendorf-Okrilla)

Das Lieferwerk Ottendorf-Okrilla bezieht die Rohstoffe aus Quarzlagerstätten des sogenannten "Senftenberger Elbelaufs", ein etwa 4 km breites Urstromtal der Elbe. Die Bildung dieser Kies- und Sandlagerstätten begann im Ober-Miozän (Jungtertiär), d. h. vor 11 bis 5,5 Mio. Jahren ("Älterer Senftenberger Elbelauf"), nachdem am Ende des Unter-Miozäns vor etwa 19 Mio. Jahren die tektonische Heraushebung des Erzgebirges einsetzte. Seit dieser Zeit wurden nicht nur die mesozoischen Ablagerungen aus dem Erdmittelalter, sondern auch ein erheblicher Teil der darunterliegenden Kristallingesteine, die während der Erdfrühzeit, d. h. im Präkambrium, in einzelnen Teilen auch erst im Erdaltertum (Paläozoikum) gebildet wurden, abgetragen und von dem Elbe-Flußsystem nach Norden in das Meer der Tertiärzeit transportiert und dort in Mächtigkeiten von über 35 m abgelagert.

 

 

 

Werk Euroquarz (im Vordergrund)
Quarzkies-Lagerstätte in Ottendorf-Okrilla

Die Schotterbildung dauerte mindestens bis in die Zeit der Elster-Vereisung zu Beginn der Quartärzeit, dem Pleistozän vor 2,3 Mio. Jahren, ("Jüngerer Senftenberger Elbelauf"). Am Ende der warmen Tertiärzeit änderte sich das Klima, und die Periode der von Norden her vorstoßenden Eiszeiten begann, wobei sich in Ottendorf-Okrilla vor allem die älteste Kälteperiode, die Elster-Kaltzeit, im obersten Tertiär, dem Pliozän, bzw. im beginnenden Pleistozän (Quartär) auswirkte. Durch die Eisvorstöße und ihre Randmoränen bildeten sich wegen der von Süden kommenden Entwässerungs-Systeme immer wieder Eisstauseen, in denen die mitgeführten Sedimente abgelagert wurden. Andererseits führten die Rückzugsstadien der Vergletscherungen zu ausgedehnten Ablagerungen durch das Schmelzwasser. In den eisfreien Gebieten führte der Wechsel von Kalt- und Warmzeiten mit entsprechendem Wechsel der Wasserführung der Flusssysteme einschließlich wechselnder Transportbedingungen für den Abtragungsschutt zur Aufschotterung von Terrassensedimenten, insbesondere von Kies, aber auch von Feinsand.

 

Wegen der wechselnden klimatischen Bedingungen gab es einerseits Phasen intensiver chemischer und physikalischer Verwitterung mit selektiver Anreicherung von Quarzanteilen in den Terrassenkiesen, andererseits Phasen der erosiven Umlagerung von älteren Terrassenschottern bzw. Überlagerungen von jüngeren Terrassenbildungen. Die nachfolgenden Gletschervorstöße der Saale- und Weichselglazialperiode hatten auf die Lagerstätten in Ottendorf-Okrilla keine unmittelbare Auswirkung. Bereits zwischen der ersten und zweiten Elster-Kaltzeit ist der sogenannte Elbe-Graben im Raum Pirna-Dresden-Meißen eingebrochen und führte zur Verlegung des Talverlaufs der Ur-Elbe in das heutige Flußgebiet, so dass die Terrassenschotter in einer Mächtigkeit von bis zu 35 m erhalten geblieben sind und als wertvolle Quarzkies- und Quarzsandlagerstätten uns zur Verfügung stehen.

 

(aktualisiert im Januar 2007)

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