Mineralischer Rohstoff Quarz

Volkswirtschaftliche Bedeutung von Quarzkies und -sand

Jede Volkswirtschaft ist auf eine bedarfsgerechte und verbrauchernahe Versorgung mit dem Rohstoff Kies und Sand, insbesondere Quarzkies und Quarzsand, angewiesen. Die stetige Verfügbarkeit dieser Bodenschätze zu wirtschaftlichen Bedingungen ist wesentlich für den Erhalt und den Ausbau unserer Infrastruktur, unserer Wohnhäuser, unserer Gewerbebetriebe, Industriekomplexe und Verwaltungsbüros. Ohne Kies kein Bau!


Gleichzeitig sind die mineralischen Rohstoffe nach entsprechender Aufbereitung und Weiterverarbeitung unabdingbare Grundstoffe für unzählige Produktionsprozesse bis hin zu den Hightech-Produkten. Unser lebensnotwendiges Trinkwasser wird mit Quarzkies gefiltert; ohne Quarzkies keine hygienische Wasserversorgung, kein Mineralwasser, keine Limonade und kein Bier! Für die Produktion einer 5 mm dicken Glasscheibe werden pro m² 8,6 kg Quarzsand benötigt. Die Solarzelle - eine der großen Hoffnungen der Menschheit zur emissionsfreien Energieerzeugung - ist ohne die Verarbeitung von Quarzkies zu hochreinem Silizium undenkbar; ebenso der Mikrochip - in heutiger Zeit Motor des Technischen Fortschritts schlechthin. Gleiches gilt für zahllose Hochleistungswerkstoffe im Motoren-, Maschinen- und Anlagenbau, deren Ausgangsprodukte meist getrocknete Quarzsande, Quarzkiese oder Quarzmehle sind. Quarzfüllstoffe vermindern den Kunststoffbedarf und helfen somit unmittelbar bei der Reduzierung des Erdölverbrauchs und der CO2-Emissionen.

 

Der Bedarf von Verbrauchern, Wirtschaft und Industrie an Kies und Sand z. B. in Nordrhein-Westfalen liegt bei rund 65 Millionen Tonnen pro Jahr oder 3,6 t je Kopf. Das sind knapp 22% der gesamten deutschen Produktion. Ergänzt wird dies durch etwa 10 Millionen Tonnen an Recyclingbaustoffen, die dem Markt in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellt werden. Die Nutzbarmachung unserer heimischen Rohstoffressourcen bedeutet zugleich die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Sicherung der Wirtschaftskraft des Landes. In Nordrhein-Westfalen gibt es etwa 290 Betriebe der Kies- und Sand-Industrie mit insgesamt rund 5.000 Beschäftigten; ihr Umsatz lag im Jahre 2001 bei rund 425 Millionen EURO. Bundesweit sind rund 27.000 Personen unmittelbar in der Kies- und Sand-Industrie in Deutschland in 2001 beschäftigt, die mit ca. 400 Mio. t Kies und Sand insgesamt 1,8 Milliarden EURO umgesetzt haben. Der Vergleich des Pro-Beschäftigten-Umsatzes von 85.000,- /a in NRW verglichen mit dem Bundesdurchschnitt von 67.000,- /a resultiert nicht zuletzt aus dem höheren Anteil an Quarzkies und Quarzsand in NRW. Dabei werden pro Beschäftigten der Kies- und Sandindustrie in NRW nur ca. 13.000 t/a produziert - weniger als im Bundesdurchschnitt mit knapp 15.000 t/a, weil die Quarzrohstoffe in höherem Maße veredelt werden als Kies und Sand für Beton. Durch die Veredelung ist der Beschäftigungseffekt pro gewonnene Tonne Kies und Sand in NRW stärker als im Bundesdurchschnitt.

 

Neben dem direkten Beschäftigungseffekt in der Kies- und Sandindustrie werden durch die Gewinnung und Aufbereitung von Kies und Sand bundesweit indirekt weitere 35.000 Arbeitsplätze dauerhaft gesichert, z. B. in der Zulieferindustrie (Maschinenbau, Elektroindustrie, Betriebsmittel, Büroausstattung) und im Bereich Transport und Logistik (Transport zum Kunden mittels Lkw, Bahn oder Schiff, Fahrzeugbau, Informationstechnologie, Reparaturwerkstätten). Für viele weiterverarbeitende Industrien ist die räumliche Nähe zu den benötigten Rohstoffen zudem ein entscheidender Standortfaktor (z.B. für die Betonindustrie, Gießereiindustrie, Glasindustrie, keramische Industrie, Trockenmörtelindustrie). Kurze Wege = niedrige Frachtkosten = niedrige Rohstoffkosten. Dieser Standortfaktor ist die Voraussetzung für die Sicherung weiterer rund 200.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Der Anteil der Kies- und Sandindustrie am Bruttoinlandprodukt liegt somit bei knapp 1 %.
(Die volkswirtschaftlichen Zahlen betreffen das Jahr 2001; sie wurden uns freundlicherweise vom Bundesverband Kies und Sand zur Verfügung gestellt.)

 

Eine verlässliche Versorgung mit mineralischen Rohstoffen zu wirtschaftlichen Bedingungen ist eine wesentliche Voraussetzung für die Industrieproduktion unserer Länder, insbesondere im Bundesland NRW, und damit auch für die Sicherung unseres Lebensstandards - heute ebenso wie in der Zukunft.

 

Die Baustoff-, Steine- und Erden-Industrie hat unter dem 14. August 2002 eine
Rohstoffsicherungskonzeption vorgelegt, in der das Problem der gesicherten Rohstoffversorgung ausführlich dargestellt ist und Lösungen vorgeschlagen werden.

(aktualisiert April 2009)

DORSTEN
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