Technische Anlagen und Kenndaten

Unterschiede von Poolwasser und Trinkwasser

Der wichtigste Unterschied für die Aufbereitung ist das um ein Vielfaches geringere Wasservolumen je Badegast, welches nicht durch Frischwasser erneuert wird, sondern immer im Umlauf läuft. Darüber hinaus ist das Wasser oft sehr warm, was den Lebensbedingungen allerlei Krankheitserreger sehr entgegen kommt.

Die Badenden tragen Keime und organische Substanzen in Form von Hautpartikeln, Schweiß, Kosmetika, Haaren, Speichel usw. in das Badewasser ein. Man geht von einer Menge an 1 – 1,5 g an organischen Kohlenstoffen (TOC = Total Organic Compound) je Badegast aus. Freibäder sind zusätzlich durch umweltbedingte Verschmutzungen und erhöhte Algenanfälligkeit belastet. Ein weiteres Problem ist die Belastung mit „üblen“ Mikroorganismen aus dem Fäkalienbereich. Diese werden entweder durch mangelnde Hygiene bei einzelnen Besuchern (kein Händewaschen) eingetragen, durch die Unlust das Wasser zum Entleeren der Blase zu verlassen oder durch „Unfälle“ – etwa bei Kleinkindern.

 

 

Die im Wasser herumschwimmenden organischen Substanzen bieten einen perfekten Nährboden zum Keimwachstum, so dass es dazu kommen kann, dass gefährliche Krankheiten verbreitet werden. Die Aufbereitung des Wassers dient dazu einen stationären Zustand zwischen Reinigung und Verunreinigung herzustellen. Dabei werden die von den Badegästen eingebrachten Verunreinigungen (z.B. Haare) mechanische entfernt und Mikroorganismen abgetötet. Um einen ausreichenden Reinigungseffekt zu erreichen, wird eine Kombination der Verfahrensstufen Flockung, Filtrierung, Oxidation, Adsorption und Desinfektion verwendet.

Technische Kenngrößen

Aufbau, Größe und primärer Zweck der Bäder sind sehr vielfältig. Um für alle Anlagen eine technische Vergleichbarkeit zu schaffen – und so allgemein gültige Regelungen aufstellen zu können – wird mit vergleichbaren Parametern gearbeitet.

 

Einige davon sind:

 

·        Belastbarkeitsfaktor

k

Zulässige Anzahl Badegäste je m³ aufbereitetes Wasser

·        Nennbelastung

N

Zu Grunde liegende Anzahl an Badegästen

·        Personenbezogene Wasserfläche

a

Einer Person rechnerisch zugeordnete Wasserfläche

·        Personen-Frequenz

n

Anzahl der Wechsel der Personen je Stunde

·        Belastung

pmax

Maximale tägliche Belastung

·        Badebetriebszeit

t

Tägliche Badebetriebszeit

·        Desinfektion

 

Abtöten bestimmter Mikroorganismen durch oxidierende Desinfektionsmittel

Beckendurchströmung

Grundsätzlich ist die Wassermenge im Becken annähernd konstant. Dem durch die Einströmvorrichtungen zulaufendem Wasser steht das ablaufende (verunreinigte) Wasser gegenüber, welches zum weit überwiegenden Teil durch die Überlaufrinne in den Reinigungskreislauf zurückgeführt wird.

Abb. 1 Beispiel zum Strömungsbild

Das ablaufende Wasser wird als „Rohwasser“ bezeichnet, das wieder aufbereitete als „Reinwasser“.

 

In der, meist im Kellergeschoss befindlichen, Aufbereitungsanlage wird das Rohwasser gesammelt, gereinigt und anschließend dem Becken wieder als Reinwasser zugeführt.

 

Lediglich die Wasserverluste werden durch Frischwasser ersetzt. Aus diesem Kreislauf mit dem relativ geringen Wasservolumen resultieren die besonderen Anforderungen an das Badewasser.

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